Irrfahrt auf dem Weg zum Zeitungskiosk
Irrfahrt auf dem Weg zum Zeitungskiosk
vom 18.11.2009
Eigentlich wollte ein 81 Jahre alter Australier nur schnell eine Zeitung holen. Daraus wurde allerdings eine 600 Kilometer lange Irrfahrt – die der Rentner offensichtlich genoss.
Eric Steward war zu Besuch bei Freunden im Bundesstaat New South Wales, als er Montagfrüh mit dem Auto aufbrach, um eine Zeitung zu holen. Er nahm eine falsche Abfahrt – und fuhr unverdrossen weiter. Als er nach mehr als acht Stunden schließlich in Geelong im Bundesstaat Victoria war, sah er an einer Tankstelle ein Polizeiauto. Er hielt und fragte den Polizisten um Rat.
Vor Journalisten sagte Steward am Mittwoch, er könne sich nicht erinnern, was er bei seiner Fahrt gedacht habe: „Ich bin einfach gefahren, um eine schöne, friedliche, ruhige Tour zu machen.“ Er habe keine Ahnung gehabt, wohin seine Reise führe, „aber ich wusste, irgendwohin, und dass ich mit etwas Glück auch meine Frau wiedersehen würde“.
Stewards Frau Clare berichtete, sie habe sich während des achtstündigen Ausflugs ihres Gatten mehr und mehr Sorgen gemacht – erst recht, nachdem sie ihren Mann am Mobiltelefon erreicht hatte. „Ich fragte: ´Siehst du irgendwelche Wegweiser?´ und er antwortete, ´hmmm, Westgate Bridge´“, sagte sie unter Verweis auf das berühmte Bauwerk in Melbourne. Dem Polizisten, der Steward letztlich weiterhalf, antwortete der 81-Jährige auf die Frage, warum er nicht schon viel früher angehalten habe: „Ich fahre halt gern Auto.“ Und die Frage eines Journalisten, warum er sich denn kein Navigationsgerät zulege, beantwortete Steward mit einem knappen: „Warum denn?“ Damit könne man sich doch dann gar nicht mehr verfahren. „Wenn man 80 wird und älter, sieht man das alles locker.“

